Unternehmensrisiko Krisenkommunikation
Krisenprävention sollte nicht als isolierte Maßnahme, sondern als integrierter Prozess im Unternehmenshandeln verstanden werden: Massenkommunikation beschreibt heute nicht mehr Kommunikation für die Massen, sondern Kommunikation der Massen. Deren Kommunikationskanal ist das Internet, deren Regeln die „Netiquette“.
In ihr haben jene, die ins Fadenkreuz geraten, meist jedoch keine echte Verbündete. Die Antwort der klassischen Medien (Hörfunk und Print) auf Geschwindigkeit und Meinungslastigkeit des Internets lauten: Noch mehr These, noch mehr Boulevard, noch mehr Mainstream. Auf der Strecke bleiben Sorgfaltspflicht, Recherche und das Wissen um die eigene (journalistische) Verantwortung. So kommt es, dass Unternehmen heute nicht mehr zu Fakten, sondern zu Vorwürfen befragt werden und Antworten keine Auskünfte mehr sind, sondern Rechtfertigungen. Dementsprechend fallen die Berichte auch aus: Nachdem die Vorwürfe in epischer Breite vorgetragen wurden, gerne untermalt von „Opfern“, „Kronzeugen“, dramatischen Bildern und getragener Musik, heißt es lapidar: „Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück“ oder gar: „Zu einer Stellungnahme vor der Kamera war das Unternehmen nicht bereit“ – wobei dann gerne auch einmal unterschlagen wird, dass vom Unternehmen Hintergrundgespräche und schriftliche Informationen angeboten, diese vom Sender jedoch nicht genutzt wurden.
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